Porcellio hoffmannseggii „Orange“ – Haltung, Pflege & Vermehrung
Porcellio hoffmannseggii „Orange“ ist eine orange Zuchtform einer großen Porcellio-Art aus dem Iberischen Raum. Ausgewachsene Tiere erreichen etwa 3–4 cm Körperlänge. Besonders Männchen fallen durch lange Fühler und Uropoden auf.
Für die Haltung sind ein überwiegend weniger feuchter Hauptbereich, eine dauerhaft feuchte Rückzugszone und starke Querlüftung entscheidend. Mit dem Schwierigkeitsgrad Mittel eignet sich die Art besonders für Halter mit ersten Erfahrungen.

Haltungsbedingungen auf einen Blick
Temperatur
20–26 °C, bevorzugt etwa 22–24 °C. Vermeide direkte Sonne und anhaltende Überhitzung.
Feuchtigkeitsgradient
Als praktische Orientierung: ca. 25–35 % der Haltungsfläche feucht / 65–75 % weniger feucht. Die Prozentangaben beschreiben die Fläche, nicht die relative Luftfeuchtigkeit.
Belüftung
Starke Querlüftung und regelmäßiger Luftaustausch. Die feuchte Rückzugszone muss trotzdem dauerhaft nutzbar bleiben.
Richte ungefähr ein Viertel bis ein Drittel der Fläche als feuchte Moos- und Substratzone ein. Der übrige Bereich bleibt deutlich weniger feucht, trocken bis mäßig trocken. Halte die Feuchtzone auch unter der Oberfläche feucht, ohne sie zu vernässen.
Substrat und Einrichtung
Verwende einen lockeren, grabfähigen Bodengrund mit etwa 8–10 cm Substrattiefe. Als Grundlage eignet sich unser AsselShop Substrat. Ergänze reichlich trockenes Laub und weißfaules Holz als natürliche Nahrung und Struktur.
Eine großzügige Laubschicht bietet Deckung. Dafür eignet sich unser Waldlaub Mix. Weißfaules Holz sollte dauerhaft verfügbar bleiben und nach Verbrauch ergänzt werden.
Verteile mehrere flache Kork- oder Rindenstücke als voneinander getrennte Verstecke. Sichtschutz und zusätzliche Strukturen helfen den Tieren, sich aus dem Weg zu gehen. Das ist besonders wichtig, weil adulte Männchen territorial reagieren können.
Lege Moos gezielt in die feuchte Zone. Prüfe beim Nachfeuchten auch das darunterliegende Substrat und gieße nicht pauschal über die gesamte Box.
Belüftung und Feuchtigkeit zusammen abstimmen
Eine feuchte Rückzugszone ersetzt keine Belüftung. Gegenüberliegende Lüftungsflächen fördern den Luftaustausch und verhindern ein dauerhaft stickiges Habitat.
Kontrolliere zugleich, ob die Feuchtzone durch die Lüftung zu schnell austrocknet. Passe die Wassermenge und die Abstände beim Nachfeuchten an den tatsächlichen Zustand an. Ein starrer Sprühplan passt nicht zu jeder Box und Raumtemperatur.
Das Ziel ist ein nutzbarer Gradient: feuchter Rückzug, weniger feuchter Hauptbereich und Luftaustausch ohne Staunässe.
Ernährung und Calciumversorgung
Laub und weißfaules Holz bilden die dauerhafte Nahrungsgrundlage. Ergänzend kannst du kleine Mengen Gemüse, geeignetes Asselfutter oder proteinreiches Futter anbieten.
- Grundnahrung: trockenes Laub und weißfaules Holz regelmäßig kontrollieren und auffüllen.
- Protein: etwa 1–2-mal pro Woche kleine Mengen, beispielsweise geeignetes Fischfutter oder Gammarus. Passe die Menge an Koloniegröße und tatsächliche Futteraufnahme an.
- Gemüse: kleine Portionen, etwa Zucchini oder Karotte. Entferne nicht gefressene Reste rechtzeitig.
- Calcium: dauerhaft anbieten, zum Beispiel als Sepiaschale.
Zusatzfutter ersetzt weder Laub noch Holz. Mehr Futter bedeutet nicht automatisch bessere Versorgung: Bleiben Portionen liegen, reduziere sie.
Verhalten und Vermehrung
Hoffmannseggii „Orange“ ist aktiv und lässt sich bei passenden Bedingungen regelmäßig beobachten. Rückzugsmöglichkeiten bleiben dennoch wichtig. Besonders bei mehreren adulten Männchen sollten genügend getrennte Verstecke und Ausweichflächen vorhanden sein.
Die Vermehrung wird als mittel und eher stetig als explosionsartig eingeordnet. Für den Aufbau einer Kolonie sind stabile Temperaturen, der dauerhaft verfügbare Feuchtbereich, Calcium und ausreichend Nahrung die Grundlage. Ein fester Zeitraum bis zum ersten Nachwuchs lässt sich daraus nicht ableiten.
Kontrolliere bei wachsender Kolonie, ob Verstecke, nutzbare Fläche und Futterangebot noch ausreichen. Vermeide häufiges vollständiges Umräumen des Habitats und überprüfe Rückzugsorte behutsam.
Typische Haltungsfehler vermeiden
- Die gesamte Box befeuchten: Bewässere gezielt die Rückzugszone und erhalte den weniger feuchten Hauptbereich.
- Die Feuchtzone austrocknen lassen: Trockene Grundhaltung bedeutet nicht, dass die Tiere ohne feuchten Rückzug auskommen.
- Zu wenig Luftaustausch: Feuchtigkeit und starke Querlüftung müssen zusammenpassen.
- Nur ein gemeinsames Versteck anbieten: Mehrere getrennte Rückzugsorte sind wegen möglicher Territorialität sinnvoll.
- Nur Gemüse oder Proteinfutter reichen: Laub, weißfaules Holz und Calcium dauerhaft bereitstellen.